Unter der Überschrift „Die Verzweiflung hat die Seiten gewechselt“ diskutierten beim diesjährigen Hauptstadtkongress in Berlin
o Katrin Staffler Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege
o Lars Wöhler bpa Vorstand, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
o Norbert Grote bpa – Geschäftsführer, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Ich war eingeladen, für unseren Verein wir pflegen -Interessensvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger in Niedersachsen e.V. - , mit einem Impuls zur Eröffnung die Situation pflegender Angehöriger zu beschreiben und anschließend an der Podiumsdiskussion vor ca.100 Teilnehmer*innen zur…ur Lage der Versorgung mitzuwirken.
· Aus den vielen Berichten unserer Mitglieder und meiner eigenen Situation brachte ich die Erfahrungen von pflegenden Angehörigen und auch pflegenden Eltern ein und betonte die Folgen unzureichender Versorgungsangebote für die Betroffenen. Ich betonte insbesondere, dass die jetzige Reform keine Reform sei, sondern ein reines Sparpaket zu Lasten pflegebedürftigen Menschen und ihren bereits überlasteten Angehörigen. Mit konkreten Beispielen konnte ich die Situation der pflegenden Angehörigen deutlich machen.
· Katrin Staffler ordnete die Herausforderungen aus Sicht der Bundesregierung ein und verwies auf den Handlungsbedarf angesichts der demografischen Entwicklung sowie auf notwendige Reformen zur Sicherung der Pflegeversorgung. Ihre Versuche, die Notwendigkeit von Kürzungen zu rechtfertigen, konnten nicht verbergen, dass die Regierung keinerlei Vorschläge oder Anstrengungen macht, die Einkommensseite der Pflegeversicherung zu verbessern, statt nur die Ausgabenseite auf Schultern der Betroffenen zu reduzieren
Die Podiumsdiskussion zeichnete das Bild eines Pflegesystems, das schon lange an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Die größte Herausforderung besteht nicht mehr allein darin, Pflegedienste und -einrichtungen wirtschaftlich zu stabilisieren, sondern sicherzustellen, dass Pflegebedürftige überhaupt Zugang zu den benötigten und ihnen rechtlich zustehenden Leistungen erhalten. Einigkeit bestand darin, dass ohne strukturelle Reformen, Personalgewinnung und Bürokratieabbau die Versorgungslücken weiter wachsen werden.
Vielleicht noch ein Satz „Die ca. 80 Teilnehmer*innen der Veranstaltung mussten ein Bild von einer Regierung mitnehmen, die mit ihren Reformvorschlägen niemanden im Raum überzeugen konnte.
Christiane Hüppe